Gemeinde Haiterbach

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Zwangsverheiratung verhindern

Um Opfer vor Zwangsverheiratungen besser zu schützen, ist Zwangsverheiratung in Deutschland eine Straftat. Beispielsweise ist festgelegt:

  • Eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren erhält, wer andere mit Gewalt oder durch Drohungen zur Ehe nötigt.
  • Strafbar macht sich, wer andere durch Gewalt, Drohungen oder List
    • in ein anderes Land verschleppt,
    • dazu bringt, sich dorthin zu begeben oder
    • davon abhält, von dort nach Deutschland zurückzukehren.
  • Strafbar macht sich auch, wer versucht, andere unter Zwang zu verheiraten. In weniger schweren Fällen kann die Freiheitsstrafe auf bis zu drei Jahre gesenkt oder in eine Geldstrafe umgewandelt werden.

Zusätzlich werden die Rechte von Opfern einer Zwangsverheiratung gestärkt:

  • Eigenes Wiederkehrrecht für die Opfer von Zwangsverheiratung
    Wenn Sie außerhalb Deutschlands zu einer Heirat gezwungen und an der Rückkehr nach Deutschland gehindert wurden, können Sie unter Umständen ein eigenes Rückkehrrecht geltend machen. Sie müssen den Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis binnen drei Monaten nach Wegfall der Zwangslage, spätestens jedoch fünf Jahre nach der Ausreise stellen. In diesem Fall können Sie die Aufenthaltserlaubnis auch erhalten, wenn Sie Ihren Lebensunterhalt in Deutschland nicht selbst sichern können.
  • Längere Gültigkeitsdauer des Aufenthaltstitels
    Wenn Sie als Opfer einer Zwangsverheiratung bereits mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt haben und mindestens sechs Jahre eine Schule besucht haben, erlischt Ihr noch gültiger Aufenthaltstitel während eines Auslandsaufenthaltes erst drei Monate nach Wegfall der Zwangslage, spätestens nach zehn Jahren Abwesenheit aus Deutschland.
  • Längere Antragsfrist für die Aufhebung einer Ehe
    Die Antragsfrist für eine Aufhebung der Ehe wurde im Fall von Zwangsverheiratung von einem auf drei Jahre nach der Eheschließung verlängert.

Generelle Zuständigkeit:

  • Beratungsstellen verschiedener gemeinnütziger Vereine und Organisationen oder
  • bei Minderjährigen: das örtliche Jugendamt
    Jugendamt ist,
    • wenn Sie in einem Stadtkreis wohnen: die Stadtverwaltung
    • wenn Sie in einem Landkreis wohnen: das Landratsamt

Hinweis: Die Städte Konstanz und Villingen-Schwenningen nehmen die Aufgaben als örtlicher Träger der Jugendhilfe selbst wahr.

Voraussetzungen:

Sie sind Opfer von Zwangsverheiratung oder sind von Zwangsverheiratung bedroht.

Unterlagen:

keine

Ablauf:

Wenden Sie sich schnellstmöglich an eine Beratungsstelle. Sie werden dort psychologisch unterstützt und über Ihre rechtlichen Möglichkeiten informiert.

Kosten:

keine

Sonstiges:

Tipp: Wenn Sie glauben, von Zwangsverheiratung bedroht zu sein, können Sie den virtuellen Dokumentensafe im Servicekonto des Serviceportals für sich nutzen. Auf diesen können Sie jederzeit und von überall aus online zugreifen. Sie müssen sich nur Ihr Login und das Passwort merken. Sie können dort vorsorglich Kopien z.B. Ihrer Ausweispapiere, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Bescheinigungen, Zeugnisse und Unterlagen oder wichtige Telefonnummern hinterlegen. Diese können bei Anträgen auf Wiederkehr oder bei Hilfeersuchen bei deutschen Auslandsvertretungen hilfreich sein.

Rechtsgrundlage:

Zuständige Ansprechpartner und Behörden:

Landratsamt Freudenstadt Landratsamt Freudenstadt

Landratsamt Freudenstadt
Herrenfelder Straße 14
72250 Freudenstadt
Telefon: 07441 920-0
Fax: 07441 920-999900
post@landkreis-freudenstadt.de

Sprechzeiten:

Nach Bedarf unserer Kunden haben die Ämter unterschiedliche Öffnungszeiten - bitte informieren Sie sich auf den Ämter-Seiten unserer Homepage unter http://www.landkreis-freudenstadt.de

Sachgebiet Ausländerbehörde, Personenstandswesen, Staatsangehörigkeit
Wittlensweilerstraße 3
72250 Freudenstadt
Telefon: 07441 920-6168
Fax: 07441 920-6197
migration@landkreis-freudenstadt.de

Sprechzeiten:

Dienstag 08:00-12:00 Uhr
Donnerstag 08:00-12:00 Uhr
14:00-17:30 Uhr
Freitag 08:00-12:30 Uhr
und nach Vereinbarung

Lebenslagen:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Sozialministerium hat dessen ausführliche Fassung am 24.01.2017 freigegeben.

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72297 Seewald
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